Hier finden Sie eine Auflistung einzelner, interessanter Daten zum Gesundheitswesen in Nepal (Quellenangaben):
Bevölkerungszahl und Lebenserwartung: im Jahr 2007 betrug die Einwohnerzahl in Nepal 29,5 Millionen, davon waren 44% unter 16 Jahren (10). Die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen beträgt 57,8 Jahre; die für Männer 57,3 Jahre (1).
Ausgaben für das Gesundheitswesen: 3% des Bruttoinlandproduktes; 64% der Kosten werden aus dem Ausland finanziert; die Ausgaben pro Kopf liegen bei 3,10 US Dollar. Von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) werden 12,00 US Dollar gefordert, um eine minimale Versorgung zu gewährleisten. (1)
Zugang zu medizinischer Versorgung: Zugang zur medizinischen Versorgung haben nur etwa 10% der Bevölkerung; Zugang zu sauberem Wasser haben 71% der Einwohner wobei 84% der Menschen ohne Sanitäranlagen leben. (4)
kostenlose Augenoperationen, privat gesponsort Krankenambulanz auf dem Land
Mitarbeiter im Gesundheitswesen: im Jahr 1999 gab es im ganzen Land schätzungsweise 4.000 Ärzte, cirka 5.500 Krankenschwestern und cirka 13.000 Gesundheitsarbeiter im nepalischen Gesundheitswesen. Es existieren 83 Krankenhäuser mit 4.124 Betten (staatliche und private Einrichtungen). Von den etwa 4.000 Ärzten in Nepal arbeiten über 60% im Kathmandutal; der ganz überwiegende Teil der restlichen 40% arbeitet in den größeren Städten im Süden des Landes, wovon nur deutlich weniger als 10% in ländlichen Gegenden arbeitet und davon nur eine sehr geringe Anzahl in den gebirgigen und abgelegenen Regionen Nepals. Dabei handelt es sich in der Regel um Allgemeinmediziner. Andere Fachärzte, insbesondere Chirurgen, sind praktisch nicht in entlegenen Gebieten anzutreffen. (3)
Kindersterblichkeit: die Kindersterblichkeit liegt bei 7,5%, die der Mütter bei 1,5%. Der Anteil der unterernährten Kinder beträgt 23%. Es gibt ein Vitamin-A-Verteilungsprogramm für Kinder unter 5 Jahren. In den Jahren 1997-98 wurden hier 1,66 Millionen neue Kinder in das Programm aufgenommen. Die häufigsten Erkrankungen bei Kindern sind Lungenentzündung und Durchfall. (8)
Impfstrategien: in Nepal besteht folgende Impfstrategie (Durchimpfungsraten) Tbk-BCG:100%; DPT (3x): 83%; Polio (3x): 83%; Masern: 89%. (8)
Schwangerschaft und Geburt: ein Viertel aller Schwangeren gehen mittlerweile zur Beratung. Die Geburten werden in der Regel von gelernten Personen begleitet. Verhütung wird von 30% aller Paare betrieben, wobei die häufigste Methode die Sterilisation ist. Prinzipiell sind jedoch auch die bei uns gängigen Methoden möglich, wie etwa die Einnahme der Anti-Baby-Pille, Depot-Präparate, Kondome oder Pessare. (8)
Infektionskrankheiten: es gibt Kontrollprogramme für Malaria, Tbk (11.400 neue “offene”-Sputum pos. pro Jahr), Lepra (Prävalenz 4/10000), viszerale Leishmaniose (1.340 Fälle), HIV (1.305 Fälle, davon 265 im Stadium AIDS / Prostituierte = 309; Klienten = 738; Hausfrauen = 80; Bluttransfusionen =2; Drogenabhängige m/w = 162/1; perinatal =13). Nahezu alle HIV-Infizierten sind zwischen 14 und 40 Jahren alt. (8)+(9)
Behandlungskosten: die Kosten für eine medizinische Behandlung werden in Nepal vollständig privat getragen. Es gibt keine Kranken-versicherung. Hierzu folgende Beispiele: eine Schädel-Computertomographie kostet 60,00 US Dollar und ein Oberbauch-Ultraschall kostet 8,00 US Dollar.
Foltersituation: zur Folter in Nepal ist im britischen Magazin "The Lancet" Anfang September 2001 ein Artikel erschienen (The Lancet 2001; Vol. 358, Seiten 752-756). Zur Arbeit von Ärzten unter den Bedingungen des Bürgerkriegs gibt es einen Beitrag im "The Lancet" (The Lancet 2002; Vol.359, Seiten15-19).
Quellen:
(1) The World Health Report 2000: Health systems: improving performance. World Health Organization: Geneva, 2000
(2) Nepal`s health system not so responsive. By Staff reporter of The Rising Nepal. www.nepalnews.com 29.06.2000
(3) Nepal Central Bureau of Statistics, Population census 1991. Kathmandu, 1991
(4) UNDP: Human Development Report 1999. New York 1999
(5) Nepal Ministry of Finance: Economy Survey 1999. Kathmandu 1999
(6) Nepal Ministry of Health: Health Information Bulletin Vol. 10. Kathmandu 1997
(7) Nepal Country Report on the Third Evaluation of the implementation of HFA strategy. 1997
(8) Nepal Ministry of Health, Department of Health Services: Annual Report 2054/2055 (1997/98). Kathmandu, 1999
(9) National Centre for AIDS and STD control. Kathmandu, 31. Juli 1999 (10) The World Fact Book 2008, Washington
weiterführende Links: Weltgesundheitsorganisation / WHO: www.who.int
Weltbank: www.worldbank.org
kostenlose Medizinbücher / medical books for free: www.fb4d.com